Immer wieder Deutsch | Learn German (B1 - C1 Intermediate)

#43 - Stress mit Deutscher Bahn (B1-C2) | Learn German Immersion Listening Practice

Lehrer Ben Season 1 Episode 43

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Heute erzähle ich euch über meine Horrorfahrt mit der Deutschen Bahn (und ein bisschen über mein Wochenende in Japan).

Nützliche Redewendungen & Ausdrücke:

  • Unterwegs sein – Auf Reisen sein oder sich von einem Ort zum anderen bewegen.
  • Einen Alarm stellen – Eine Erinnerung oder einen Wecker auf dem Smartphone einrichten.
  • Mitten im Nirgendwo – An einem sehr abgelegenen Ort ohne Häuser oder Zivilisation.
  • Eine Pause machen – Sich eine kurze Auszeit gönnen, um durchzuatmen oder sich zu erholen.
  • Sich beschweren – Seine Unzufriedenheit über einen Mangel, eine Verspätung oder ein Problem ausdrücken.
  • Vom Thema abgekommen sein – Das ursprüngliche Gesprächsthema verlassen und unbewusst über etwas anderes sprechen.

Reisen im eigenen Land

Ben

Guten Morgen, guten Tag, guten Abend, willkommen zurück bei Immer wieder Deutsch. Heute rede ich ein bisschen langsamer als in der letzten Folge, ein bisschen einfacher vielleicht. Und zwar über das Thema Reisen im eigenen Land. Also Reisen in Deutschland. Und ich vergleiche es ein bisschen mit Reisen hier in Japan. Ich lebe im Moment in Japan. Und dieses Wochenende war ich in Osaka. Osaka ist die zweitgrößte Stadt von Japan. Und ich war ungefähr eine Stunde und 20 Minuten mit dem Zug unterwegs bis nach Osaka. Ich wohne hier in Hyogo. Das ist ja praktisch neben Osaka. Also so eine Art Bundesland, so wie in Deutschland zum Beispiel Bayern oder Sachsen-Anhalt. So gibt es hier in Japan das Bundesland Hyogo. Es heißt hier nicht Bundesland, sondern Präfektur. Und von meiner Präfektur bis nach Osaka dauert es ungefähr eine Stunde und 20 Minuten, also von der Stadt, in der ich wohne im Moment. Um dorthin zu kommen, muss ich mit der Bahn fahren. Das war gestern, gestern Abend, also jetzt im Moment ist es bei mir Samstag. Und gestern Abend war Freitagabend. Und ich bin so gegen 5 Uhr hier losgefahren, also 17 Uhr nachmittags. Und mit dem Zugfahren in

Zugfahren in Japan

Ben

Japan ist anders als in Deutschland. Es ist ein bisschen anders von den Regeln und der Art und Weise, wie man ein Ticket kauft und wie man in den Zug einsteigt. Das ist sehr unterschiedlich. In vielen Ländern, in denen ich vorher war, war es auch immer ein bisschen anders. Also hier in Japan ist eine Grundregel, dass man in der Bahn nicht laut spricht. Das ist eigentlich auch so in Deutschland, denke ich. Außer vielleicht in den größeren Städten. Meistens sind die Leute im Zug leise. In der Deutschen Bahn zum Beispiel mit dem ICE. Wenn man mit dem ICE fährt, dann gibt es auch einen Ruhebereich, in dem sollte man wirklich gar nicht sprechen, nicht telefonieren und leise sein. So ist das hier in Japan in jedem Zug. Und das ist, um ehrlich zu sein, super angenehm. Das ist sehr entspannend. Man kann im Zug schlafen. Die Züge hier in Japan sind sehr, sehr, sehr pünktlich. Und ja, man kann sich zum Beispiel auf dem Handy einen Alarm stellen, wenn man weiß, ich komme zum Beispiel um 18 Uhr, 18.20 Uhr in Osaka an. Dann kann ich mir einen Alarm stellen auf 18.20 Uhr oder vielleicht zwei Minuten vorher. Dann kann ich schlafen. Es ist super ruhig. Und ich kann mir sicher sein, der Zug kommt pünktlich zur richtigen Zeit. Und das ist ein großer Unterschied

Chaos bei der Deutschen Bahn

Ben

zu Deutschland. Die Deutsche Bahn kommt sehr oft nicht pünktlich, sie kommt sehr oft zu spät. Wenn ihr schon mal mit der Deutschen Bahn gefahren seid oder vielleicht in Deutschland Urlaub gemacht habt oder in Deutschland wohnt, dann wisst ihr das sicherlich. Also Zug fahren in Deutschland bedeutet meistens Unsicherheit, vielleicht ein bisschen unpünktlich sein. Und ja, wenn man Pech hat, also wenn man kein Glück hat, dann kann es auch etwas lauter im Zug sein. Vielleicht sind es zu viele Leute manchmal. Ich hatte einmal eine Erfahrung, da bin ich von Berlin nach Erfurt gefahren, also von Berlin nach Thüringen. Eigentlich dauert das ungefähr zweieinhalb Stunden. Oder ja nicht, ich glaube, jetzt ist es ein bisschen schneller. Jetzt dauert das nur noch eine Stunde und 50 Minuten oder sogar ein bisschen weniger. Aber ja, das war ungefähr vor, ich glaube, sechs Jahren. Da bin ich mit dem Zug gefahren. In Berlin wollte ich einsteigen, und da war schon das erste Problem: der Zug kam zu spät. Und ich glaube, ich hatte damals einen zweiten Zug in Leipzig. Also ich musste erst von Berlin nach Leipzig fahren und dann von Leipzig nach Thüringen, also nach Erfurt. Und der erste Zug kam zu spät. Ungefähr ich glaube 30 Minuten. Und es gab keine richtige Information. Der Zug kam dann auch an einem komplett anderen Gleis an. Und wenn ihr schon mal am Berliner Hauptbahnhof wart, die Gleise sind relativ weit entfernt voneinander. Also der Zug kam nicht oder kam zu spät. Und plötzlich gab es die Information, nach ungefähr 30 Minuten, der Zug nach Leipzig fährt von Gleis 8. Ich war aber wahrscheinlich an Gleis 1. Ich weiß nicht mehr die genaue Zahl. Aber plötzlich haben alle Leute Stress und Panik, weil sie das Gleis wechseln müssen. Und das ist eine ziemlich weite Entfernung. Also rennen alle Leute mit ihren Koffern die Treppen hoch und zum anderen Gleis und wieder die Treppen runter. Das ist im Hauptbahnhof in Berlin, ganz unten in der unteren Etage. Also der Berliner Hauptbahnhof hat, glaube ich, vier Etagen oder so insgesamt, auf dem Züge fahren. Und ja, das war das erste Problem. Der Zug war super voll, schon als ich eingestiegen bin. Es gab keine Sitzplätze, also musste ich stehen. Es war übrigens auch Sommer und sehr heiß. Ja, also ging der Zug zu spät los aus Berlin. Er fährt zu spät ab. Kein Sitzplatz. Es dauert ungefähr etwas über eine Stunde bis nach Leipzig. Eigentlich kein Problem. Eine Stunde stehen ist okay. Zweites Problem: die Klimaanlage in der Bahn funktioniert nicht. Also fahren wir los. Am Anfang war es noch okay, aber nach ein paar Minuten hat man gemerkt, okay, es wird ganz schön heiß. Und ja, die Klimaanlage hat einfach nicht funktioniert. Ist okay, eine Stunde stehen, Hitze. Kann ich überleben. Wir fahren also aus Berlin raus, Richtung Leipzig, und plötzlich wird der Zug sehr langsam. Ja, komisch. Okay, irgendwas ist falsch. Der Zug bleibt dann komplett stehen. Es gibt keine Information. Wir stehen irgendwo in Brandenburg, also außerhalb

Zwangsstopp ohne Klimaanlage

Ben

von Berlin, in einem Feld, also an einer Wiese, mitten im Sommer, ohne Klimaanlage. Es ist super heiß. Der Zug bewegt sich nicht. Und er bewegt sich auch nach 10 oder 15 Minuten noch nicht. Und dann gibt es endlich eine Information, also eine Durchsage im Zug. Der Zug nach Leipzig hat ein Problem. Und zwar gibt es unterwegs ein Problem mit einem anderen Zug. Dieser kann nicht weiterfahren. Wir wissen nicht, wie lange wir hier stehen müssen. Ich entschuldige mich. Ja, so ungefähr war die Durchsage. Also, sie wissen nicht, wann es weitergeht. Wir stehen mitten im Nirgendwo. Und der Zug bewegt sich nicht. Es ist super heiß und es wird immer heißer. Sehr viele Leute stehen. Es sind Kinder da, die Kinder sind unruhig. Das verstehe ich natürlich. Also es war wirklich super heiß. Und es geht einfach nicht weiter. Und wir standen dort ohne Klimaanlage. Ich glaube, für eine Stunde oder anderthalb Stunden, bis wieder eine Durchsage kam. Und diesmal war die Durchsage, wir entschuldigen uns für die Hitze im Zug. Leider funktioniert die Klimaanlage nicht. Wir wissen, dass das ein großes Problem ist. Und wir werden jetzt die Türen öffnen, weil wir nicht wissen, wann wir weiterfahren können. Die Türen öffnen? Ja, also wir sind wirklich mitten im Nirgendwo. Es gibt nichts, es ist kein Dorf. Es ist einfach nur ein Feld und ein bisschen Wald. Aber es ist so heiß im Zug, dass es draußen schon kälter ist. Und ich glaube, es waren 35 Grad oder 34 Grad an diesem Tag. Ja, also hat der Zugfahrer erlaubt, dass die Leute den Zug verlassen. Es gab natürlich in dem Moment keine anderen Züge auf dem Gleis, das wäre gefährlich. Aber ja, also sind die meisten Leute raus aus dem Zug und haben draußen eine Pause gemacht oder versucht, sich zu erholen, weil es wirklich unglaublich heiß war. Und die meisten Leute haben versucht, im Schatten zu stehen, also im Schatten vom Zug zu stehen, weil es auch draußen sehr heiß war. Und dann, ich glaube, nach wieder einer Stunde oder so, kam die Durchsage, okay, alle einsteigen, wir fahren weiter, es geht wieder los. Ja, und dann endlich, ich glaube, nach, ich weiß nicht, wie viel Zeit vergangen ist, ich glaube, das waren insgesamt zweieinhalb Stunden, die wir gewartet haben, und eine Stunde Fahrt, halbe Stunde Verspätung, ja, ungefähr vier Stunden oder so haben wir gebraucht, bis nach Leipzig. In Leipzig angekommen, gibt es natürlich keinen

Anschluss verpasst: Mit der Regionalbahn nach Erfurt

Ben

Zug mehr. Weil der Anschlusszug wartet nicht ewig. Er kann keine vier Stunden oder so warten. Ja, also steht man plötzlich in Leipzig und muss herausfinden, wie man jetzt nach Erfurt kommt. Dann bin ich zum Infoschalter gegangen, also wenn so etwas passiert, als Tipp für euch bei der Deutschen Bahn, wenn es so ein Problem gibt, dann geht zu diesem Infoschalter und beschwert euch. Weil sie haben mir dann ein Ticket gegeben, sie haben so einen Stempel auf das Ticket gemacht. So ein Stempel, wie so, da stand halt geschrieben, dass ich jetzt den ganzen Tag mit diesem Ticket fahren darf. Ich darf alle Züge benutzen. Die Frau am Schalter war auch sehr nett. Sie hat mir einen Anschlusszug herausgesucht. Problem ist, das ist kein ICE, sondern eine Regionalbahn. Die Regionalbahn hält in sehr, sehr vielen kleinen Dörfern oder kleinen Städten. Und das heißt, ich muss jetzt nochmal von Leipzig bis nach Erfurt. Das dauert nun mal vielleicht ungefähr eine Stunde oder ein bisschen mehr als eine Stunde. Ja, ich muss nun statt einer Stunde ungefähr vier Stunden fahren. Ja, also vier Stunden in dem anderen Zug plus diesen Zug, plus Wartezeit dazwischen. In Leipzig musste ich auch nochmal warten. Also, ich bin an diesem Tag über neun Stunden gefahren für einen Weg, der normalerweise, wenn man direkt fährt, eine Stunde und 50 Minuten dauert. Ja, das ist eine Premium Deutsche Bahn-Erfahrung. Ich hoffe, ihr müsst nie diese Erfahrung machen. Im Regionalzug gab es übrigens eine Klimaanlage. Das war gut. Und es war leer und ich konnte sitzen. Ich war am Ende froh, dass ich einfach irgendwann in Erfurt angekommen bin. Ja. Ich weiß nicht, wie es jetzt im Moment ist. Ich bin lange nicht mit der Deutschen Bahn gefahren. In den letzten Jahren habe ich es vermieden. Ich habe versucht, nicht die Deutsche Bahn zu benutzen. Und

Fazit zum Bahnfahren

Ben

jetzt wohne ich in Japan. Und hier in Japan gibt es auch Verspätungen. Also es kann natürlich immer etwas passieren. Es kann etwas mit dem Wetter passieren. Es kann einen Unfall geben. Oder hier in Japan gibt es manchmal ja diese Taifune, einen großen Sturm. Das unterbricht dann oftmals irgendwo ein Gleis oder einen Anschluss. Und dadurch kommen dann andere Bahnen auch zu spät. Aber ich muss sagen, es ist sehr, sehr zuverlässig. Dafür bin ich dankbar. Ich hoffe, irgendwann kann es in Deutschland wieder besser werden, die Erfahrung mit der Deutschen Bahn. Denn es ist nicht günstig, das muss man dazu sagen. Es ist nicht günstig. Es ist viel günstiger, hier mit dem Zug zu fahren als in Deutschland. Und ja, die Qualität in Deutschland ist leider nicht mehr so gut. Ja, ich bin ein bisschen von meiner eigentlichen Geschichte abgekommen. Vielleicht erzähle ich euch in der nächsten Folge von meiner Fahrt nach Osaka und meinem Abend in Osaka. Ich danke euch fürs Zuhören. Wir hören uns beim nächsten Mal. Macht's gut.